Die Welt ist zu schön, um darüber hinweg zu fliegen

Vom Nordkap zur Insel Senja

Am 1.8. ist das Wetter am Nordkap so schön, dass wir draußen frühstücken können. Auf dem Rückweg fahren wir hinunter nach Skarsvag denn dort gibt es eine nette kleine Wanderung zu einem natürlichen Felsbogen, genannt „Kirkeporten“. Wir laufen bei strahlendem Sonnenschein über den Berg zum nächsten Meeresarm und klettern dann das steile letzte Stück hinunter zum Bogen. Ein toller Platz, vor allem bei diesem Wetter.

Kirkeporten, im Hintergrund das Nordkap

Danach schlendern wir in Skarsvag am Ufer entlang. Vor der dortigen Fischverarbeitungsfabrik laden gerade zwei Fischkutter ihre Dorsche aus. Ansonsten herrscht hier totale Ruhe und Frieden. Wir picknicken am Hafen und sitzen noch eine ganze Weile und genießen die beschauliche Stimmung.

Skarsvaeg, von der Mole aus gesehen

Kurz vor der Einfahrt in den Tunnel, der die Insel Mageroya mit dem Festland verbindet, meinen wir, den perfekten Stellplatz gefunden zu haben. Einen Feldweg hoch und dann freier Blick auf eine schöne Bucht. Eine Norwegerin, die gerade Wasser zu ihrer Hütte gebracht hat, weist uns freundlich darauf hin, dass man hier (Naturschutzgebiet) nur auf ausgewiesenen Parkplätzen parken dürfe. Sie hätte eine Sondergenehmigung, aber nur um das Trinkwasser näher zu ihrer Hütte unten am Ufer zu bringen, müsse aber ihr Auto danach wieder an der Straße parken. Gut, dass sie uns aufgeklärt hat denn die Strafe soll ziemlich hoch sein.

Also durch den Tunnel und weiter. Wir finden einen anderen Platz, der sogar noch schöner ist. Die Zufahrt ist in Ulrikes Augen etwas gewagt. Andere denken anders. Am Abend kommt ein finnisches Wohnwagengespann und die fahren diesen Weg noch 800 m weiter! Sowohl Finnen als auch Norweger haben keine Scheu mit Wohnwagengespannen wild zu campen.

Ein traumhafter Stellplatz und tolles Wetter!
Steil zum Wasser hin abfallender Steinstrand in der Nähe

Wir bleiben zwei Tage an diesem Platz, machen einige schöne Spaziergänge, finden tolle Steine am steilen Steinstrand und sehen eine Menge Rentiere. Das Duschzelt kommt auch endlich zum Einsatz. Wegen des Windes muss immer einer von außen das Zelt festhalten, während der andere schön warm und windgeschützt duschen kann.

Am 3.8. fahren wir weiter. Passend zur wilden Küste ist der Himmel wie schon auf der Hinfahrt bedeckt. Den ersten Tunnel auf der Nordkapstrecke fanden wir bereits auf dem Hinweg eng, außerdem ist er sehr schlecht beleuchtet. Auf der Rückfahrt erweisen sich unsere Bedenken als berechtigt. Als uns ein entgegenkommender Van passiert, gibt es einen lauten Rumms. Wir halten an, Peter kontrolliert mit der Taschenlampe unsere Seite, aber es hat nur den Blinker am Außenspiegel erwischt. Unser Kontrahent dagegen sammelt die Teile seines Rückspiegels im Tunnel zusammen. Er und Peter einigen sich darauf, dass jeder seinen Schaden selber zahlt. Am nächsten Parkplatz wechseln wir die Birne und kleben mit Hilfe einer Einweg Plastik Verpackung den Blinker wasserdicht ab. So kann das bleiben, bis wir zuhause sind!

Der Tunnel unseres Zusammenstoßes

Über eine schöne Bergstrecke fahren wir Richtung Alta weiter. Hinter Skaidi führt die Straße in einem weiten Hochtal entlang eines Flusses mit vielen Stromschnellen. Offenbar ist er bei Anglern sehr beliebt. An allen Parkplätzen stehen Schilder, welcher Bereich des Angelgebietes hier liegt. Wir machen Mittagspause an einem Parkplatz mit Picknicktischen direkt am Fluss. Hier ist aber noch mehr Unterhaltung geboten. Zwei Polizisten haben eine Radarfalle aufgebaut und machen reiche Beute. Ein Auto nach dem anderen wird auf den Parkplatz gewunken und abkassiert.

Berglandschaft zwischen den Fjorden

In Alta sind wir etwas überrascht, wie überschaubar die Innenstadt ist. Es gibt eine kurze Fußgängerzone die auf die Nordlicht Kathedrale zuführt, wenige Geschäfte, zwei Lokale und das ist es auch schon. Alles sehr gepflegt, drumherum schöne weitläufige Wohnsiedlungen. Der Ort hat etwas mehr als 15.000 Einwohner und wirkt sehr lebenswert. Aber es gibt keinen alten gewachsenen Ortskern, alles ist neu, weil die deutsche Wehrmacht auch hier alles zerstört hat. Die Nordlichtkathedrale ist leider bereits geschlossen, aber da wir hier übernachten werden, können wir sie auch noch morgen anschauen. Die Außenverkleidung der Kirche besteht aus Titan Platten, daher glänzt die Kirche so interessant im Licht.

Nordlichtkathedrale in Alta
Am nächsten Tag: Nordlichtkathedrale von innen

Eigentliches Ziel in Alta ist das Alta Museum, ein Freiluftmuseum das Weltkulturerbe ist wegen der hier gefundenen jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Felsritzungen. Es liegt in Panoramalage über dem Fjord. Wir trinken erstmal einen Kaffee auf der Terrasse, um den Ausblick zu genießen. Vom Museum aus schlängeln sich mehrere km Holzstege den Hang entlang und zum Meer hinunter, von denen aus man die Felsritzungen anschauen kann. Allein der Weg durch das Freiluft Museum ist schon ein Genuss wegen der schönen Ausblicke und der nordischen Vegetation! 

Holzstege im Alta Museum
Felsflächen mit Felsritzungen, hier mit roter Farbe nachgezogen

Die nicht eingefärbten Felsritzungen sind auf den ersten Blick schwer zu sehen, aber man bekommt schnell ein Auge dafür. Die Beschreibungen, die man in einem Büchlein mitbekommt, helfen einem, das Auge zu schulen. Erkennen kann man die Zeichnungen aber nur, weil die Felsen von Bewuchs befreit wurden. Im Normalzustand, d.h. mit Flechten und Moosen bewachsen, hätte man keine Chance. Daher wurden sie auch ganz zufällig von einem Mann auf dem Weg zu seinem Bootshaus entdeckt, auf einem Weg, den er schon unzählige Male gegangen war. Dieses eine Mal stand die Sonne so günstig, dass ihm auf einem Felsen eines der vielen dargestellten  Rentiere auffiel.

Es macht uns richtig Spaß, einzelne Tiere zu suchen: „finde den Hasen unter den vielen Rentieren“, „sind da Männer oder Frauen in den Booten abgebildet?“ etc.

Jäger mit Rentieren
Boote mit Menschen. Erkennt ihr die Männer?
Ungefärbte Felszeichnungen. Findet ihr den Hasen?

Wir verbringen hier sehr viel mehr Zeit als wir dachten und verlassen das Gelände erst gegen halb acht. Glücklicherweise ist unser erster Versuch einen Nachtplatz zu finden von Erfolg gekrönt. Wir stehen sehr schön am Smabathavna, dem Sportboothafen und können noch lange einen tollen Sonnenuntergang genießen.

Am 4.8. geht es nochmal in die „Stadt“. Die Polarlichtkirche ist nicht nur von außen ein Genuss, sondern auch von innen. Eine sehr, sehr stimmungsvolle Kirche und man fühlt sich sehr geborgen darin. Nach einem Einkauf im Supermarkt (1.5. kg Kartoffeln für über 8 €, frischer Dorsch dagegen günstig) und Tanken (Diesel 2.22 €, viel billiger als noch vor zwei Monaten!) folgen wir weiter der E6.

Erst begleitet uns liebliche Fjordlandschaft, dann geht es hinauf in die Berge. Zur Mittagspause machen wir einen kurzen Abstecher auf einer kleinen Straße nach Norden, um den Gletscher des Oksfjordjokelen (1204m) anzuschauen. Man muss nur am Ende der Straße 200 m weiterlaufen und man sieht ihn in nicht allzu großer Entfernung. Früher reichte er hinunter bis an den Fjord, heute endet er weit oberhalb.

Aussicht auf den Gletscher
Ein Teleobjektiv haben wir auch dabei!
Picknick mit Aussicht auf den Kvaenangen Fjord und die Bergkette dahinter

Einen spektakulären Ausblick hat man vom Pass bei Gildetun: unter uns der Kvaenangen Fjord mit seinen Inseln. Wir sind nun in den wild gezackten Bergen, die wir bei unserem Gletscherabstecher in der Ferne gesehen haben.

Blick vom Pass

Am Straumfjord biegen wir von der E6 ab und fahren auf der anderen Fjordseite ein ganzes Stück auf einer kleinen Nebenstraße wieder zurück. Dort finden wir einen wunderbaren Übernachtungsplatz mit Blick auf Berge mit Schneeresten und die Mündung des Reisafjords ins offene Meer.

Nachdem hier sehr viel Schwemmholz liegt, machen wir ein schönes Feuerchen. Ulrike geht später auf einem Abendspaziergang den Fjord entlang und hat ein tolles Erlebnis. Eine große Herde Rentiere, die auf einer Sandbank lagern bzw. zu ihr hinüberschwimmen. Es ist wie auf den Felsritzungen, die wir in Alta gesehen haben.

Rentierherde am Abend
Ausblick am Morgen

Am 5.8. können wir noch draußen frühstücken, der Regen beginnt erst bei der Abfahrt. Die Sonne kommt später wieder heraus aber es wird sehr windig.

Windiger Ausblick auf die eindrucksvollen Lyngen Alpen

Auf der Halbinsel Spakenesora biegen wir kurz von der E6 ab, weil es nach einem guten Ort aussieht, um die Pracht des Fjords und der gegenüberliegenden Lyngen Alpen zu fotografieren. Dort stoßen wir auf ein verstecktes, sehr stilvoll wirkendes Resort namens „Lyngen North“ mit einem ganz modernen Holzbau als Mittelpunkt, drumherum sogenannte Iglus mit Glasdächern und Glasfronten. Das wäre der Platz, den Ulrike wählen würde (wenn man nicht aufs Geld schaut), um Polarlichter im angemessenen Ambiente zu beobachten: Preis mit Halbpension für zwei Personen im Dezember: 620 € pro Nacht.

Ausblick vom Resort Lyngen North

In Olderdalen nehmen wir die Fähre hinüber nach Lyngseidet. Der Wind peitscht über den Fjord und vor uns liegen mehrere Gletscher. Das Bezahlen der Fähre funktioniert über unsere Registrierung bei AutoPass und unser vorher einbezahltes Guthaben bei FerjeCard. Das Nummernschild wird eingelesen, was die Überfahrt gekostet hat, wird einem zwei Tage später per Mail mitgeteilt und vom Guthaben abgebucht. Diese Vorgehensweise lohnt sich, man bekommt einen Rabatt von 40 bis 50%. Für die halbstündige Überfahrt zahlen wir insgesamt 8,50 €. Der Kaffee (einfachster Filterkaffee) und der Tee (Teebeutel) im Salon kosten uns dagegen 7,40 €!

Die erste Überfahrt mit der Fähre

Auf einem Campingplatz auf der Halbinsel wollen wir Wäsche waschen. Die erste Tat am Campingplatz: unseren Wäschebeutel vor der Waschmaschine zu platzieren, um den Platz in der Wasch Reihenfolge zu sichern. So sind wir in der zweiten Position, nach uns kommen noch einige andere, so dass der letzte erst am späten Abend drankommt. Glücklicherweise braucht die Waschmaschine nicht so lange wie unsere zuhause. Da der Trockner mit all unserer Wäsche überlastet war, müssen wir noch über Nacht in unserer Garage nachtrocknen. Peter hat dort vor der Abreise zwei Wäscheleinen installiert, die sich sehr bewähren. Am Morgen ist alles trocken.

Abendspaziergang vom Campingplatz aus
Die letzte Fähre am Abend

Am 6.8. stehen wir früh auf, denn wir wollen die Fähre um 9:35 erwischen, um genug Zeit für Tromsö zu haben. Ursprünglich war der Plan, mit der Seilbahn auf den Hausberg Tromsös fahren. Das stellt sich als schlechte Idee heraus, denn heute ist der Tromsö Skyrun und der führt über die sogenannten Sherpa Treppen eben diesen Berg hinauf. Jede Menge Unterstützer will mit der Seilbahn hoch, um den Sportlern zuzujubeln und man kann nirgendwo mehr parken, schon gar nicht mit einem Wohnmobil.

Also zurück zur Eismeerkathedrale (1965 erbaut, Architekt Jan Inge Hovig) die eigentlich keine Kathedrale, sondern eine Pfarrkirche ist. Wir kommen gerade noch vor einer Hochzeit hinein, kurz darauf wird die Kirche für Besucher geschlossen. Gut, dass wir sie gesehen haben aber wirklich angesprochen hat uns die Kirche nicht. Das Glasfenster ist schön, aber die vielen weißen Flächen des Daches lassen die Kirche innen sehr kalt wirken. Statt normaler Kirchenbänke gibt es etwas in die Jahre gekommene, mit Leder gepolsterte Sofabänke.

Interessant ist, dass beide, die Eismeerkathedrale und die Polarlichtkathedrale in Alta in ihrer äußeren Form ein Thema aufgreifen, das typisch für die Gegend ist: Eisschollen bzw. Polarlicht.

Eismeerkathedrale in Tromsö
Eismeerkathedrale und die große Brücke hinüber nach Tromsö

Der ursprünglich geplante Gang über die große Brücke entfällt aus zwei Gründen: die Skyrunner belegen den schmalen Gehweg und Peter findet die Höhe der Brücke gruselig. Also fahren wir mit Balu über die Brücke in die Stadt und finden tatsächlich ohne Probleme einen Parkplatz. Wir gehen erst am Wasser entlang bis fast zur Brücke und dann durch die sehr nette Innenstadt zurück. Die Hauptstraße ist von alten Holzhäusern gesäumt, es gibt viele Geschäfte und eine belebte Innenstadt. An einem kleinen Kiosk essen wir in der Sonne eine Rentierwurst. Alles ist sehr überschaubar für eine Stadt mit fast 70.000 Einwohnern, was hier im Norden eine Metropole darstellt.

Tromsö, am Hafen
Tromsö, Innenstadt
Kiosk mit Rentier Hot Dogs

Fast finden wir nicht mehr aus Tromsö heraus. Vom Parkplatz leitet uns unser Navi direkt in einen Tunnel. Nur gibt es in diesem Tunnel mehrere Kreisverkehre und unter der Erde funktioniert das Navi natürlich nicht mehr. Zu unserem Erstaunen kommen wir an der Brücke zur Eismeerkathedrale statt am Flughafen wieder heraus, also genau dort, wo wir hergekommen sind. Also wieder zurück in den Tunnel und beim zweiten Anlauf klappt es.

Der ausgewählte Stellplatz für die Nacht liegt auf der Insel Kvalöya in Grötfjord. Er sah in der Stellplatz App sehr nett aus und ist auch tatsächlich ganz toll. Ein Sandstrand am Nordende der Insel, der die 20 km Anfahrt auf der engen, schlechten Straße wert ist. Ein zusätzliches Plus ist, dass entgegen unserer Erwartung (Samstagabend) nichts los ist. Wir stehen fast alleine am langen Strand, das Meer rauscht und wir können bis in den Abend draußen sitzen.

Hier bezahlt man 6€ pro Nacht zugunsten des örtlichen Fußballvereins
Peter in seiner neuen Outdoorhose: Jeder Norweger hat so eine! Nicht alle sind so farbenfreudig!

Am Morgen des 7.8. bahnt sich das schlechter werdende Wetter schon mit bedecktem Himmel an. Wir wollen heute die Fähre nach Senja nehmen die von Brensholmen am westlichen Ende der Insel abgeht. Nach landschaftlich schöner Bergstrecke auf schlechter Straße kommen wir dort um eins an und müssen feststellen, dass die nächste Fähre erst um 17:00 geht. Dafür stehen wir an Position vier so dass wir auf jeden Fall mitkommen. Ulrike geht auf einen langen Spaziergang und schaut die örtliche Kirche an, das Wohnmobil wird gefegt, das Bad geputzt und Zeit zum Lesen bleibt auch noch. Und der Ausblick aufs Wasser ist perfekt. Um 17:00 kommt die bereits betagte Fähre (Baujahr 72). Die Schlange ist mittlerweile ziemlich angewachsen und die letzten Fahrzeuge kommen tatsächlich nicht mehr mit.

Am Fähranleger Kunst aus Treibholz. Die Aufschrift bedeutet: Lebe das Meer!

Im strömenden Regen kommen wir in Senja an und suchen einen Nachtplatz. Diverse Plätze scheiden aus, weil sie zu nah an der Straße liegen. Ein kleiner Jachthafen an einer Nebenstraße gefällt uns und wir bleiben dort und hoffen, dass das Wetter besser wird. Wieder einmal sind wir froh, autark zu sein. Essen könnte man hier nirgendwo gehen, auch keinen Kaffee oder Bier trinken, konnte man eigentlich noch nie an den Nachtplätzen, die wir bisher hatten.

Am 8.8. fahren wir hinüber auf die Westseite der Insel. Die Ostküste von Senja ist liebliches Fjordland mit vielen Bauernhöfen (Kühe, Schafe), die dem Atlantik zugewandte Westküste dagegen besteht aus schroffen, zackigen Bergen und tief eingeschnittenen Fjorden.

Ausblick vom Aussichtspunkt Tungeneset

Wir fahren bis Medfjord, dahinter ist die Straße leider wegen eines Tunnelbaus gesperrt. Den „Nasjonale Touristveger“ kann man somit momentan nicht in voller Länge befahren. In Mefjordvaer warten wir ab, bis am späten Nachmittag das Wetter besser wird und steigen dann auf den kleinen Berg „Knuten“ am Ortsende und haben einen tollen Blick über den Fjord und die Berge.

Mefjordvaer
Auf dem Knuten

Da Ulrike danach noch nicht genug hat, gehen wir noch in einem weiten Bogen um den Ort zurück. Der Weg ist anfänglich noch gut und über den sumpfigen Stellen liegen Bretter. Später fehlen die aber, so dass man bei jedem Schritt einsinkt. Sobald es felsiger wird, ähnelt der Pfad einem Bächlein. Wir sind froh, als wir wieder zurück bei Balu sind und haben uns das Abendessen echt verdient. Aber es war toll, dass wir trotz des schlechten Wetters die Chance hatten, die Senja Berge zu erleben!

Unterwegs sind wir an drei abgelegenen Hütten vorbeigekommen. Solche sieht man auch von der Straße aus häufig. Diese Hütten/Häuser haben keinen Straßenzugang, keinen Strom und kein Wasser. Wieder einmal wundern wir uns über die Vorliebe der Norweger für Ferienhütten in schwer erreichbaren Gebieten wo man alle Lebensmittel im Rucksack hintragen muss. Wir fragen uns auch, wie man sich da die Zeit vertreibt, so viele Moltebeeren kann man doch gar nicht sammeln, dass einem nach einer Weile nicht langweilig wird.

Pfad durchs Moor
Allmählich beginnt es nachts dunkel zu werden

LAm 9.8. fahren wir den Weg wieder zurück und haben so die Chance, den Aussichtspunkt “Bergsbotn” mit Aussicht zu erleben. Auf dem Hinweg hingen hier die Wolken zu tief! Viele der Bauwerke (Aussichtspunkte, Toilettenhäuschen) entlang der „Nasjonale Touristveger“ sind sehr modern gestaltet.

Eigenwillig gestalteteter Aussichtspunkt Bergsbotn
Aussicht von Bergsbotn aus

Weiter geht es entlang der Küste auf schlechter Straße nach Gryllefjord, dem Fährhafen zu den Vesteralen hinüber. Wir schaffen es gegen Mittag da zu sein und haben somit genug „Luft“ für die Fähre um drei. Gryllefjord wirkt einfach und liegt zudem in einem schmalen Fjord mit hohen Bergen an beiden Seiten, so dass es von der Sonne nicht verwöhnt wird. Der Wartebereich für die Fähre liegt mitten im Ort neben dem Supermarkt. Eigentlich würde man an einem Ort, an dem sich täglich dreimal wartende Durchreisende aufhalten, irgendeine Art von Gastronomie erwarten. Nur weil wir danach suchen, finden wir oberhalb des Fähranlegers einen kleinen Laden, wo wir einen Hamburger und Fish and Chips bekommen. So begehen wir unseren Abschied von der Insel Senja!

Am Fähranleger in Gryllefjord
Bild an einem Fischschuppen...
...und an einem anderen. Passend zur melancholischen Stimmung des Ortes!
Abschied von Senja

3 Antworten

  1. Es war wieder sehr schön, euren interessanten Bericht zu lesen. Vor allem die herrlichen Aufnahmen dieser wunderschönen Natur gefallen uns besonders!
    Wir wünschen euch noch eine angenehme Zeit und viele weitere interessante Erlebnisse.
    LG, Irmgard und Manfred

  2. Tolle Fotos und echte Einsamkeit strahlen manche Bilder aus. Geniest die Natur und kommt gut wieder nach Hause. Viele Grüsse aus dem nicht mehr ganz so heissen Erlangen, Claudia und Wolfgang

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