Statusbericht aus Jordanien Teil 3

Inzwischen hat sich bei uns so einiges getan.
Gestern kam ein MItarbeiter der Botschaft zu uns, wurde jedoch trotz Diplomatenstatus nicht zu uns durchgelassen. Der Botschaftsmitarbeiter brachte für jeden von uns eine Gesichtsmaske und 2 Handschuhe. Das war sicherlich nichts besonderes, aber wir wussten, dass die Botschaft unsere Gruppe wahrgenommen hatte und begonnen hat, an unserer Rückkehr zu arbeiten. Der Militärattachee hatte inzwischen beim Militär vorgesprochen und gebeten, uns zu erlauben, Amman zu verlassen.

Dann kam gestern Abend ein Arzt und ging von Wohnmobil zu Wohnmobil und fragte jeden, durch Fuad als Übersetzer, ob es uns gut ginge, ob wir irgendwelche Symptome zeigen würden oder evtl. Diabetes hätten. Natürlich war dies bei keinem der Fall. Erstaunlicherweise wurde nicht einmal die Temperatur gemessen, was wir in jedem Fall erwartet hätten. Vielleicht war dies aber auch nur ein Zeichen gegenüber der Botschaft, dass man seiner Fürsorgepflicht nachkommt.

Gerade als wir heute den Geburtstag zweier Mitreisender gefeiert haben (die lokale uns extrem gut betreuende Reiseagentur hattes sogar 2 Torten organisiert) kam die Nachricht, dass wir ab sofort frei seien.
Lieutnant Sultan: Your are free to go.
Das Statement gab es allerdings nur mündlich. Unser Glück war wohl, dass wir uns bereits seit 9.3. in Jordanien aufhalten und man uns diese Zeit wohlwollend anerkannt hat. Auch hatten wir uns die Tage vorher in Saudi Arabien ausserhalb der Infektionsgebiete aufgehalten. Aber Guide Alex durfte zumindest mit dem Taxi zum Einkaufen fahren und Lebensmittel für uns besorgen!

Von der deutschen Botschaft erfuhren wir ausserdem, dass bald ein Flugzeug zur Verfügung gestellt werden wird, um uns und auch noch ein paar andere Touristen auszufliegen.
Gestern wurden unsere Schweizer Mitreisenden von ihrer Botschaft informiert, dass heute ein französischer Flug nach Paris fliegen würde. Auch wir wurden gefragt, ob wir mitfliegen wollen. Da es nach der Landung in Paris völlig offen gewesen wäre, ob und wie wir weiterkämen, haben wir abgelehnt, auch wegen Balu. Ein Schweizer Paar (er ist heute 80 geworden) wollte sich aber ausfliegen lassen. Aber diese Möglichkeit hat sich dann zerschlagen, da die Nachricht kam, dass das Flugzeug kleiner ausgefallen sei und nur Platz für Franzosen hätte. Jetzt fahren sie doch mit uns nach Aqaba.

Heute noch aufzubrechen machte natürlich keinen Sinn, da wir nach einigen 100m in der nächsten Kontrolle festsitzen würden. Unsere Leitung musste erst einen schriftlichen Freibrief vom Militär bekommen, alle Kontrollen passieren zu dürfen.
Somit dürfen wir morgen früh im Konvoi von Amman nach Aqaba fahren. Ob dies unter Militärbegleitung stattfinden wird, ist noch unbekannt. Man wird uns dort sicherlich einen weiteren Stellplatz zuweisen, aber wir befinden uns dann sehr nahe am Hafen und hoffen, dass unser Balu bei einer Spedition untergestellt werden kann und diese Spedition ihn irgendwann verschiffen wird. Vor allem gibt das den Guides die Möglichkeit vor Ort mit der Spedition und den Hafenbehörden zu verhandeln. Und wir müssen nicht mehr so frieren wie hier in Amman, wo es seit Tagen kalt ist (6 bis 8°), regnet und stürmt. Bei vielen Mitreisenden gehen die Gasvorräte zu Ende, so dass abzusehen ist, wann sie im kalten sitzen würden. Wir haben dank unserer dritten Gasflasche keine Probleme.

Wir sind im Moment also sehr guter Dinge und hoffen, dass unsere Reise recht bald in häuslicher Umgebung in Uttenreuth enden wird.

Für alle die in den letzten Tagen Bilder vermissten: Wir waren einfach nicht in der Stimmung uns mit dem eigentlichen Reisebericht Jordanien zu befassen. Aber wir haben ja tolle Dinge bis hierher erlebt. Vom Wadi Rum über Petra an das Tote Meer. Natürlich werden wir nun versuchen zeitnah diesen Bericht nachzuholen

10 Gedanken zu „Statusbericht aus Jordanien Teil 3

  1. Wir drücken die Daumen, dass die Ausreise klappt. Wir sind praktisch auch unter Quarantäne (wegen Heinz). Ich fahre nur zum einkaufen. Aber wenn man in einem Haus mit Garten wohnt, ist die Situation natürlich etwas anders, als wenn man auf wenigen Quadratmeter n im Balu sitzt. Alles Gute Heinz und Ita

  2. Liebe Ulrike, lb. Peter, wir waren schon sehr beunruhigt, als wir euren vorletzten Bericht erhalten hatten. Nun scheint es aber etwas vorwärts zu gehen. Wir sind in Gedanken weiter bei euch und hoffen, dass ihr bald wieder daheim sein könnt. Bei uns sind alle gesund.
    Herzliche Grűße, Irmgard u. Manfred

  3. Hallo Ulrike und Peter,
    wir hoffen und wünschen Euch , dass ihr bald wieder gut zuhause seid.
    Es ist sicher gut, dass sich jetzt die deutsche Botschaft der Rückkehr annimmt.
    Herzliche Grüße Dieter und Edith

  4. Gott sei Dank! Ich bin erleichtert, dass die Botschaft Euch weiter helfen konnte und ihr wohl bald nach Hause kommen könnt. Auch wenn die Lage hier gerade alles andere als prickelnd ist.
    Kommt gut heim!
    Ruth

  5. Das klingt doch schon besser!
    Denkt an das Thema der in Jordanien gesetzlich vorgeschriebenen Verzollung, falls Eure MoMos länger als 3 Monate im Land bleiben müssen!!!
    Niemand weiß nämlich, wie lange die Corona Ausnahmesituation noch anhalten und wann es wieder Schiffsverbindungen nach Europa geben wird.
    In Aqaba soll das Wetter wirklich besser sein, nachts zwar etwas kühl, aber tagsüber über 20 Grad und mit Sonnenschein. Das tut dann auch der Psyche gut!
    Wie es bei uns aussieht, wisst Ihr sicher aus den Nachrichten im Internet. Die Bewegungseinschränkungen werden hier eher noch zunehmen, weil es immer noch so viele unvernünftige Leute gibt, die die Lage einfach nicht ernst nehmen wollen trotz der sehr klaren und mahnenden Worte der Politik und der sie beratenden Viren-Experten.
    Wegen des Berichts mit Bildern von Jordanien kein Stress! Wichtig ist erst einmal, dass Eure teuren WoMos sicher untergestellt werden und ihr gut aus Jordanien herauskommt. Erfreulich, dass sich die Botschaft in Amman kümmert. Man hörte hier bisher nur von Rückholaktionen z.B. aus Ägypten, wo sehr viele deutsche Touristen sind.
    Flüge in ein anderes EU-Land bringen es auch gar nicht, weil weil man von dort nicht weiterkommt, bzw. zunächst in Quarantäne muss.
    Außer den direkten Rückholflügen ist fast der gesamte Flugverkehr, auch innerhalb der EU, eingestellt.
    Viele Grüße und gute Heimreise!
    Wolfgang M-H

    1. Wie hoffen sehr für Euch, dass das so klappt!
      Das wichtigste ist, dass Ihr nach hause kommt. Auch wenn wir ein risikoland sind, funktioniert das system – bisher.
      Alles, alles gute und herzliche grüsse,
      S und g

  6. Gut, dass ihr wieder eine positive Perspektive habt und hoffentlich bald in Uttenreuth landet. Vermutlich wird ab Montag unsere Bewegungsfreiheit im Freistaat eingeschränkt werden, ihr habt nun schon damit Erfahrungen gesammelt.
    Alles Gute
    Gerd

    1. Mit allem Respekt, aber ob man im Wohnmobil unter Militärbewachung(!) im fremden Land “eingesperrt” ist oder eine Ausgangssperre mit bestimmten Ausnahmen (zB. Einkaufen) im eigenen Haus mit Garten erlebt, ist doch schon ein erheblicher qualitativer Unterschied.
      Ob die Ausgangssperre auch tatsächlich ab Montag kommt, ist auch noch nicht definitiv entschieden, zumindest laut aktueller Nachrichtenlage.
      Wolfgang M-H

      1. Jetzt hat Herr Söder gerade doch die Ausgangssperre sogar schon für morgen, Samstag, 0.00 Uhr, verkündet.
        In Bayern ist halt alles anders als im Rest der Republik!
        VG
        Wolfgang M-H

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