Statusbericht aus Jordanien Teil 4

Wir fuhren relativ früh am Morgen des 20.03 mit Polizeibegleitung von Amman in Richtung Aquaba. Trotz der Ausgangssperre gab es sehr viel Verkehr und auch ein Supermarkt auf dem Weg war gut besucht. Am Eingang lagen Handschuhe aus und standen Desinfektionsmittel und alle trugen Masken. Auch wir deckten uns mit Lebensmittlen für die nächsten Tage ein.
Kurz nach der Stadgrenze verliess uns unsere Polizeieskorte und wir durften ohne Kolonne einzeln nach Aquaba fahren. Lediglich die Strecke war vorgeschrieben und die Polizeiposten wurden vorab informiert. Wir kamen bei bestem Wetter in Aquaba an und stellten uns auf dem Parkplatz des öffentlichen Strandes der für uns reserviert und genehmigt war.

Es hätte so schön sein können

Bei der Ankunft standen einige Offizielle dort, telefonierten hektisch und waren in Aufruhr

Keiner wusste so recht was zu tun sei und was mit uns anzufangen wäre.

Kurz darauf kam ein Wassertanker und auch ein Abwassertanker auf den Platz gefahren. Nach einiger Zeit erfuhren wir, dass am nächsten Tag ab 7:00 der militärische Notstand ausgerufen werde und sich danach niemand mehr außerhalb der Häuser bewegen dürfe. Jeder der dann noch angetroffen würde, käme in den Knast. Dies war wohl eine Reaktion auf die Ignoranz der Bürger bzgl. der Ausgangssperre. So etwas kann in einem Land mit der politischen Konstellation wie Jordanien sehr schnell und unproblematisch durch die Obrigkeit durchgesetzt werden. Uns wurde dann angekündigt, dass das Militär für uns eine Unterkunft suchen würde und wir dorthin fahren müssten. Auf einmal kam wieder Bewegung in den inzwischen angewachsenen Pulk der offiziellen und ein Klein-LKW mit einer Spritzvorrichtung kam auf den Platz gefahren. Wir mussten an unseren Wohnmobilen sämtliche Fenster und Luken schliessen und dann wurden unsere Wohnmobile desinfiziert ;-). Siehe hierzu das Video.

https://youtu.be/wwFPKgWYlSY

Das ganze fand bei sehr starkem Wind statt. Sinnvoll und nützlich?????

Kurz darauf hiess es dann sofort aufbrechen und in ein extra aquiriertes Hotel fahren.
Nach ca. 2 km Fahrt kamen wir dort an (Tauchcenter) und mussten unsere Wohnmobile auf dem Hotelparkplatz verteilen. “Hotel” war eine etwas hochgestochene Bezeichnung, Hostel und “landestypisch” wäre angemessener, keiner der Mitfahrer hat in seinem Zimmer übernachtet. Wir zogen alle unsere Wohnmobile vor. Hier wurde am Anfang bei jedem Fieber gemessen und die Fußsohlen der Schuhe desinfiziert.
Am nächsten Morgen wollten unsere Guides versuchen im Hafen die Verschiffung unserer Fahrzeug zu klären, aber sie durften sich nicht vom Grundstück bewegen, zudem war duch den Notstand auch der Hafen komplett geschlossen und es hieß, er würde erst am Dienstag geöffnet werden. Eine Mitteilung der Botschaft legte uns sehr ausdrücklich nahe, am Sonntag nach Amman zu kommen, um dort im Hotel sofort zur Verfügung zu stehen, falls ein Flugzeug organisiert werden könne.
Deshalb brachten wir nun den gesamten Tag mit Räumen zu. Wir hatten uns glücklicherweise während der letzten Minuten Freiheit in Amman vor einigen Tagen Koffer gekauft.
Balu musste abstellbereit gemacht werden. Wir müssen damit rechnen, dass er auf dem Hotelparkplatz einige Monate stehen wird, bis wir ihn heimholen können.

Heute dann war der Bus für 8:00 angesagt. Natürlich waren noch der letzte Schliff für Balu nötig, der Hotelmanager bat uns, die Wohnmobile alle nach seinen Wünschen umzustellen, damit evtl. eintreffende Gäste nicht behindert werden. Wir denken zwar nicht, dass Gäste dorthin kommen werden bevor zumindest wir unseren Balu holen werden.

Diese Aussicht darf nun Balu geniessen

Die Zeit zwischen 5:30 und 8:00 war gut gefüllt. Unsere gesamten noch frisch gekauften Lebensmittel wurden dem Hotelpersonal geschenkt. Das war so viel, dass sie am Dienstag wenn die Läden für zwei Stunden offen sein werden, nicht einkaufen müssen.
Es fiel uns nicht leicht unseren Balu dort einfach stehen zu lassen. Aber wir waren nicht die einzigen, die eine Träne wegdrücken mussten. Vor allem, wo das mit der Verschiffung so knapp nicht geklappt hat. 2 km vor dem Hafen zu scheitern ist schon sehr ärgerlich.

Die Busse kamen: zwei kleine Busse für je 22 Personen ohne Gepäckfach!!!
Die Koffer standen doppelstöckig im Gang, bei jeder Pipi-Pause mussten diese ausgeladen werden, damit die hinten sitzenden auch rauskamen.

Zudem wurde alle paar Kilometer unser Begleitfahrzeug der Polizei oder des Militärs gewechselt (Stadt- oder Landkreisgrenzen). Und dann hieß es immer: Masken auf!

https://youtu.be/p9t8p3bMwFY

Meistens mussten wir auf die neuen Begleiter warten. Papiere wurden übergeben und weiter ging es nach Amman in unser jetziges Hotel.
Das war wenigsten ein Lichtblick.

*****-Hotel!!! Die Mitarbeiter der Botschaft und die Hotelmanager empfingen uns sehr freundlich und erklärten die Lage.

Es heisst jetzt einfach abwarten und dann mit dem bestellten Flieger nach Hause. Im Hotel gibt es alles Essen nur aufs Zimmer und das Gebäude darf man nicht verlassen. Es gibt nur einen kleinen Aufenthaltsraum und dort darf man sich mit max. 5 Personen in Gruppen aufhalten.
Die nächste Meldung wird dann sicherlich erst von zu Hause kommen. Es fehlen ja noch unser Bericht aus Wadi Rum und Petra.

Auf ein baldiges Wiedersehen! Bleibt gesund, wir versuchen es auch.

8 Gedanken zu „Statusbericht aus Jordanien Teil 4

  1. Hallo Peter,

    erstmal alles Gute zu Deinem heutigen Geburtstag.!
    Hoffentlich hast Du auch gute Gelelgenheit den gebührend zu feiern!!! ==> Lass’ Dich jedenfalls hochleben 🙂
    …Das wünsche ich Dir und Deiner ganzen Karawne von Herzen…eine tolle Feier nach all den Strapazen in hoffentlich entspannter Umgebung.
    Euch ein gutes Nachhause kommen!

    Viele Grüße an Dich und das ganze Team aus dem Homeoffice
    CIAO Gerd

  2. Hallo Ulrike und Peter,
    alles Gute für Euren Rückflug. Hier können wir Euch wegen der bekannten Situa
    tion nicht gleich in Empfang nehmen. Wir waren bei unserer Reise im November übrigens auch in Aquaba und im Wadi Rum. Wir drücken die Daumen, dass Ihr Euren Balu bald wieder in Empfang nehmen könnt.
    Liebe Grüße Heidi und Horst

  3. Kommt gut nach Hause!
    Alles andere ist jetzt nicht so wichtig!
    Wir sind in Gedanken bei euch!
    Eine Reise mit allen erdenklichen Höhen und Tiefen geht zu Ende.
    Wenn es wieder möglich ist, gibt es sooooo viel zu erzählen.
    Wir sehen uns hoffentlich alle gesund wieder.
    Ganz liebe Grüße
    Inge

  4. Liebe Ulrike, lieber Peter
    jetzt schafft dann noch diese hoffentlich letzte Etappe und kommt gut wieder heim. Leider können wir euch – wie hier schon angedeutet – auch in Deutschland nicht die erhofft Freiheit bieten. Aber wir werden das schon irgenwie durchstehen!
    Herzliche Grüße aus Bonn
    Roland und Corinna

  5. Ausgangssperren können nicht nur in “einem Land mit der politischen Konstellation wie Jordanien sehr schnell und unproblematisch durch die Obrigkeit durchgesetzt werden”.
    Auch hier in Bayern werden die Freiheitsrechte so massiv eingeschränkt, wie man sich das vor wenigen Wochen gar nicht hätte vorstellen können. Einem Juristen verursacht das schon gewisse Kopfschmerzen im Hinblick auf die Grundrechte.
    Aber es muss leider sein, auch um Entwicklungen wie sie bereits in Italien, Spanien oder Frankreich eingetreten sind, zu vermeiden!
    Wichtig ist, dass Ihr jetzt gut nach Hause kommt. Hier ist für die nächste Woche schönes Wetter angesagt, aber nachts kalt.
    VG
    Wolfgang M-H

  6. Hallo ihr Lieben,
    auch ich hoffe, dass ihr gesund und unbeschadet wieder hier ankommt.
    Ich freue mich schon auf ein Treffen mit euch – natürlich erst, wenn wir alle wieder “Ausgang” haben.
    Vielleicht habt ihr ja soviel Glück, dass Peter seinen Geburtstag – zumindest im kleinsten Familienkreise – schon zu Hause geniesen kann.
    Liebe Grüße
    Werner

  7. Liebe Ulrike und lieber Peter,
    das freut uns sehr für euch, dass ihr bald und gesund nach Hause fliegen könnt.?
    Das mit Balu tut uns sehr leid!?
    Wir wünschen euch einen guten Flug.????
    Erholt euch gut.
    Hoffentlich bis bald in Uttenreuth!
    Viele liebe Grüße ♥️
    Elisabeth und Thomas???

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