Statusbericht aus Jordanien

Wir werden von vielen unserer Freunde gefragt wie und wann wir nach Hause kommen werden.

Antwort: Wir wissen es nicht

Hier ein kleiner Abriss unserer Situation in Jordanien.
Unmittelbar nach unserem Grenzübertritt wurde die Grenze nach Saudiarabien geschlossen, Israel hat die Grenzen bereits einen Tag vorher dicht gemacht. Nun hat die jordanische Regierung beschlossen zum Schutz der eigenen Bevölkerung ab morgen die Flughäfen zu zu sperren. Heute gingen noch aus einigen Hotels in Amman die letzten Touristen an Bord vereinzelter Maschinen. Wir haben ja unser Wohnmobil dabei und können es nicht einfach hier parken. Deshalb müssen wir hier bleiben und haben gar nicht erst versucht, einen der letzten Flieger zu bekommen.
Wir versuchen nun unseren Balu am 27.3. auf ein Schiff in Aquaba zu bringen. Dieses soll dann direkt nach Bremerhafen fahren. Leider ist es ein reines Frachtschiff und nimmt keine Passagiere mit. Sobald Balu an Bord ist, müssen wir hier dann in einem Hotel oder einer Ferienwohnung unterkommen, um die erste Gelegenheit zu ergreifen wenn es wieder Flüge gibt.

Im Moment weiß noch niemand, ob das Schiff wirklich fahren wird.

Wir sind heute bei einem Stadtrundgang in Amman in das Büro von Jordan Air gegangen und haben dort nach den nächsten Flügen gefragt. Die wussten logischerweise auch nichts und wollten sich zu keiner Aussage drängen lassen. Das Wirtschaftsleben hat sich zur Ruhe gesetzt.

Also heisst es für uns abwarten. Leider sind wegen Corona alle Sehenswürdigkeiten geschlossen, eine für heute geplante Weinprobe mit Abendessen wurde von den Behörden verboten, ob noch Lokale offen haben, ist ungewiss. In der Stadt haben sich die Leute bei unserem Erscheinen abgewandt, einen Schal hochgezogen oder das Gesicht ins T-Shirt geschoben. Viele laufen mit Schutzmasken herum und tragen auch Kunststoffhandschuhe.

Unsere geplante Stadtrundfahrt mit dem Bus wurde untersagt. Selbst Gruppenführungen durch Reiseleiter sind nicht mehr erlaubt. Was als Gruppe gilt kann man schwer sagen. Vermutlich alles über einer Taxiladung.

Also einfach abwettern!!!

Zum Glück gibt es hier noch Nudeln und Toilettenpapier und die Ansteckungsgefahr hier in Jordanien ist sicherlich geringer als in Deutschland.

We will keep you posted

13 Gedanken zu „Statusbericht aus Jordanien

  1. Hallo Ulrike und Peter,

    Einiges klingt nach guter Organisation-, anderes nach noch versteckten Problemen. Aber ich glaube. Undhoffe, dass Jordanaien Euch gut behandelt und Ihr den Soldaten bald leid tun werdet. Vielleicht lässt sich von der Tourleitung eine Busrundfahrt – zusammen mit einigen Soldaten – durch das Hinterland organisieren. Die Berge hinter Beirut sind interessant und und die Botschaft kann dabei helfen, dass Ihr nicht wochenlang auf dem Parkplatz hängt. Man denkt spontan, das ist die Zeit dicke Bücher zu lesen. AberIhr habt ja wohl kaum noch ungelesene dabei. Da könnte vielleicht die Bibliothek der Botschaft helfen.
    Ich war zuletzt in Beirut, kurze Zeit nachdem Waffenstillstand. Um den Tahir-Platz war alles kaputt und auf den noch tragfähigen Balkonen standen Plüschsofas neben Trümmern und Gewehren. Falls das alles nicht klappt, ist es die Chance ein eigenes Buch zu schreiben. Papier braucht Ihr wohl nicht, solange der Laptop Strom bekommt. Also, auf ein Abenteuer mit den Bewachern und den Umständen.
    Herzlich, Gerhard

  2. Ich ergänze: Fischstäbchen, Toastbrot, Olivenöl, Zucker, Mehl, Quark, und Yogurt scheinen auch dringend gefragte Vorratsartikel zu sein. Ich bin gespannt, was man aus dem Potpourri für Essen kocht… (Fischstäbchen mit Klopapier paniert und in Olivenöl gebraten???) Der versuchte Ankauf von 40 Kilo Mehl endete hier in der Region in einer Prügelei. Vielleicht seid ihr dort gar nicht so schlecht aufgehoben, zumal hier ja jetzt auch alles dichtgemacht wird. Grüße (wieder) aus Oldenburg, Beate und Jakob

    ps. solltet ihr aus irgendeinem Grund in Bremerhaven landen, mit oder ohne Balu, halten wir ein Bett und einen Wohnmobilparkplatz hier für Euch frei!

    1. Aber Jakob, du solltest doch wissen, dass die Fischstäbchen bereits paniert sind. Dein Angebot bzgl. Wohnmobilstellplatz in Oldenburg nehmen wir dann gerne an. Das Bett haben wir ja dabei.

  3. Oh jeh. Eine schwere Prüfung. Wir wünschen Euch viel Glück und kommt gut durch!
    Herzliche Grüße
    Roland und Corinna

    1. Danke für die Anteilnahme, aber es ist ja alles auszuhalten und man benötigt eben etwas Geduld. Es ist ja nicht so, dass wir hier unsicher wären – bei den vielen Gewehren und Geschützen

  4. Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen. Aber dass ihr so viel zu erzählen haben werdet, hattet ihr sicherlich nicht gedacht. Gibt‘s eigentlich eine Deutsche Botschaft dort? Wissen die etwas? Viel Erfolg euch beiden.
    Wolfgang

  5. Frau Enzmann hat mir aus der Seele gesprochen. Doch zum Trost heißt es auch:”Wenn der liebe Gott eine Tür zumacht, macht er auch wieder ein Fenster auf”.
    So freue ich mich auf euer gutes Wiederkommen nach Uttenreuth und danke für eure info.
    Und bis wir uns wiedersehen halte……
    Gerd

  6. Wie schon mal geschrieben, seid Ihr in Jordanien besser “aufgehoben” als im unberechenbaren Saudi-Arabien!
    Klärt mal, wie lange Ihr Euren Balu zollfrei in Jordanien “unterstellen” dürft.
    Hier findet Ihr zB. erste Infos:
    https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/jordanien-node/jordaniensicherheit/218008#content_4
    Da heißt es nämlich:
    “…Nach drei Monaten ist ein eingeführtes Fahrzeug zu verzollen, wobei der Zoll über 100 % des von der Behörde geschätzten Wertes beträgt. Das Alter des Fahrzeugs unterliegt keinen Beschränkungen und ist für den Zolltarif ohne Belang. Die dauerhafte Einfuhr von Diesel-Pkw ist für Privatpersonen ausgeschlossen. Die vorübergehende Einfuhr (bis zu drei Monate) von Dieselfahrzeugen ist schwierig und nur mit Genehmigung möglich. Diese wird gebührenpflichtig direkt an der Grenze ausgestellt.”
    Das gilt auch dann wenn man mit dem obligatorischen “Carnet de Passage” eingereist ist.
    Euer Reiseveranstalter soll sich frühzeitig(!) um eine Ausnahmegenehmigung kümmern, denn im Orient dauern die bürokratischen Wege .
    Vielleicht kann man den Balu in Akaba dann (unverzollt) in ein “Zollfreilager” stellen, bis er nach Hause transportiert werden kann.
    Viele Grüße
    Wolfgang
    PS: Noch geht es uns in Bayern einigermaßen. Wir können uns wenigstens noch bewegen. Bei unserem Sohn in Innsbruck gibt es mittlerweile sogar eine Ausgangssperre. Alle müssen dort zuhause bleiben. Nur Einkäufe von Lebensmitteln und dringende Arztbesuche sind gestattet.
    Aber wir müssen die Einschränkungen jetzt aushalten, auch wenn viele diese – unverständlicherweise(!) – immer noch für übertrieben halten. Sie hätten schon viel früher kommen müssen!!!

    1. Danke für deine Hinweise, aber da sind unsere Organisatoren rechtzeitig dran. Man muss im Land ja auch die Ausnahmesituation sehen und die Behörden werden so etwas berücksichtigen.

  7. Kommt gut zurück!!!! Das ist das Wichtigste!
    Ihr habt sooooo viel erlebt und wir durften im Geist die Reise mitmachen. Hauptsache, Ihr seid gesund. Achtet auf Euch!!! Hier wird es langsam ungemütlich.
    Wir sind alle froh, wenn wir euch wiedersehen können.
    Per Handy sind Umarmungen ja erlaubt und bestimmt nicht mit Viren verseucht.
    So fühlt Euch aus der Ferne ganz lieb gedrückt!
    Inge

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